Gespräche mit Iran Trump rechnet mit Einigung in den nächsten Tagen
Stand: 18.04.2026 • 00:24 Uhr
Nach der Ankündigung Irans, die Straße von Hormus freizugeben, gibt sich US-Präsident Trump optimistisch. Er rechne mit einer Einigung mit Teheran in den nächsten Tagen. Iran macht unterdessen Druck.
US-Präsident Donald Trump rechnet in den nächsten Tagen mit einem Abkommen mit Iran. "Ich denke, wir werden in den nächsten ein oder zwei Tagen eine Einigung erzielen", zitierte ihn das Nachrichtenportal Axios nach einem Telefongespräch. Vertreter Washingtons und Teherans träfen sich demnach "wahrscheinlich" am Wochenende.
Aus dem Weißen Haus hieß es, dass die Planungen für eine weitere Gesprächsrunde noch liefen. Ein konkreter Termin sei bislang nicht angesetzt, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur dpa.
Eine erste Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran war am vergangenen Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne konkrete Ergebnisse geendet.
Streit über US-Blockade
Iran hat am Freitag angekündigt, die Blockade der Straße von Hormus vorübergehend aufzugeben. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte auf der Plattform X, Handelsschiffe könnten während der verbleibenden Waffenruhe durch die Meerenge fahren. Als Grund nannte er die Waffenruhe im Libanon, die in der Nacht auf Freitag in Kraft getreten ist.
Die USA halten unterdessen jedoch an ihrer Seeblockade fest - "bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit Iran", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die US-Blockade richtet sich gegen Schiffe, die Häfen in Iran ansteuern oder diese verlassen.
In Teheran sorgte das für Empörung. "Die sogenannte Seeblockade stellt einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar und wird eine angemessene Reaktion des Irans zur Folge haben", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghaider, der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. Er betonte, das Öffnen und Schließen der Straße von Hormus finde nicht in den sozialen Medien statt, sondern es sei Iran, "der als entscheidender Akteur in dieser Angelegenheit" agiere.
Bemühungen unter Vermittlung Pakistans
Baghai äußerte sich auch zu möglichen weiteren Verhandlungen mit den USA über einen dauerhaften Frieden: "Sobald wir das Gefühl haben, dass unsere Interessen berücksichtigt und gesichert sind, dann sind wir auch nicht weit von einer Einigung." Für Iran seien die Aufhebung der Sanktionen sowie die Wiedergutmachung der Kriegsschäden enorm wichtig.
Derzeit laufen Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, die Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen.
Streitpunkt: Angereichertes Uran
Zuletzt hatte es unterschiedliche Angaben über das weitere Vorgehen mit angereichterem Uran gegeben. Auf Truth Social schrieb der US-Präsident, die USA würden "den ganzen Atomstaub bekommen, geschaffen durch unsere großartigen B2-Bomber". Damit bezog er sich auf die Angriffe der USA auf iranische Atomanlagen im Juni vergangenen Jahres.
Der Sender CBS News zitierte Trump aus einem Telefoninterview mit der Aussage, dass die USA für die Bergung der Uran-Vorräte mit Iran zusammenarbeiten würden. "Unsere Leute werden gemeinsam mit den Iranern arbeiten, um es zu holen. Und dann bringen wir es in die Vereinigten Staaten." Trumps Darstellung nach soll es vor einer solchen Zusammenarbeit ein Abkommen zwischen beiden Ländern geben.
Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai wies Trumps Darstellung umgehend zurück. „Der Transfer von Uran in die USA war nie eine Option und stand auch nicht zur Debatte“, sagte er der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.